Blanca wartet darauf, übersetzt zu werden

Krimireihe von Patrizia Rinaldi

Gestern, am 5. November 2022, gab es auf dem Krimifestival Hamburg für mich eine Premiere. Das Italienische Kulturinstitut Hamburg hatte Patrizia Rinaldi und Massimo Carlotto zu einer Lesung eingeladen. Leider musste Carlotto aus Krankheitsgründen kurzfristig absagen. So meisterte Patrizia Rinaldi zusammen mit Moderator Andreas Pfeifer und und den lesenden Schauspieler:innen Annalena Schmidt und Sebastian Dunkelberg den Abend als Autorin allein. Sie las aus ihrem Buch »Tre, numero imperfetto«, das 2013 in meiner Übersetzung unter dem Titel »Die blinde Kommissarin« erschienen ist. Sebastian Dunkelberg las den deutschen Text – das war meine Premiere, dass jemand anderes eine meiner Übersetzungen liest.
Es war so eindrücklich, dass ich völlig vergessen habe, ein Foto davon zu machen…

Vergriffen

Neben dem Fehlen von Massimo Carlotto, aus dessen aktuellem Buch »Es kommt ein neuer Winter« (Ü: Ingrid Ickler) Annalena Schmidt las, war der schmerzhaftes Moment für mich an diesem Abend, dass Patrizia Rinaldi leider keine Bücher der deutschen Übersetzung signieren konnten. Das Buch ist nämlich seit ein paar Jahren nicht mehr im Handel und nur noch antiquarisch zu bekommen. Die Rechte an der Übersetzung liegen seit einiger Zeit wieder bei mir. (Über die unglückliche Cover-Wahl der damaligen Ausgabe bin ich immer noch verzweifelt… aber das habe ich damals leider nicht verhindern können und ist eine andere Geschichte.)

Serie auf Netflix

Jetzt kann man sich zurecht fragen, warum Patrizia Rinaldi nach Hamburg eingeladen wurde. Doch dafür gibt es einen durchaus nachvollziehbaren Grund: Rinaldis Reihe um die sehbehinderte Kommissarin Blanca ist im vergangenen Jahr in Italien verfilmt worden und läuft dort auf Netflix. Möglicherweise – hoffentlich – können wir sie in Bälde auch hier auf dem Streamdienst sehen.

Fünfteilige Reihe

Mittlerweile hat Rinaldi fünf Blanca-Bände herausgebracht, die darauf warten übersetzt zu werden. Ich jedenfalls würde mich sehr gern wieder auf übersetzerische Weise den anspruchsvollen kriminalistischen Irrungen und Wirrungen Blancas und Neapels widmen, wo die Geschichten Patrizia Rinaldis spielen.
Den Fun-Fact, den ich gestern noch von ihr erfuhr: Für die Verfilmung wurden Blancas Geschichten nach Genua verlegt, weil Neapel durch die Ferrante-Bücher und -Verfilmung bereit besetzt ist …

 

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